
EU-Beitritt: Montenegro und Serbien überdenken Visafreiheit für Russland
Während die Staaten des Westbalkans Mitte 2026 ihre Integration in die Europäische Union vorantreiben, rückt die Angleichung der Außen- und Visapolitik an Brüsseler Standards in den Mittelpunkt – insbesondere in Bezug auf die Visafreiheit für russische Staatsbürger.
Montenegro beendet Visafreiheit für Russische Staatsbürger
Das Außenministerium Montenegros bestätigte, dass ab dem 1. November 2026 Staatsbürger aus Russland, Belarus, China, der Türkei und Saudi-Arabien ein Visum für die Einreise benötigen. Das Ende Juli beschlossene Dekret dient der Erfüllung von EU-Verhandlungskapitel 24 (Justiz, Freiheit und Sicherheit), da Podgorica den EU-Beitritt bis 2028 anstrebt.
Serbien bereitet Angleichung an Schengen-Standards vor
Gleichzeitig hat Serbien Reformen eingeleitet, um bis Ende 2027 die technischen Standards des Schengen-Raums zu erfüllen. Der Minister für europäische Integration, Nemanja Starović, bestätigte, dass eine Arbeitsgruppe die Grenzreformen koordiniert. Dies löste in Belgrad Debatten über eine mögliche Beendigung der 30-tägigen Visafreiheit für russische Bürger aus.
Geopolitische Balance auf dem Westbalkan
Während Montenegro die EU-Sanktionen gegen Moskau vollständig mitträgt, sucht Serbien weiterhin den Ausgleich zwischen seinen EU-Beitrittszielen und traditionellen diplomatischen Beziehungen zu Russland. Dennoch bleibt die Harmonisierung der Visapolitik eine zentrale Anforderung für beide Länder.
